02.09.2009  19:26 Uhr

Arcandor Insolvenz
Arcandor-Insolvenz bedroht offenbar Schickedanz' Privatvermögen

Berlin. Die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor kann die frühere Großaktionärin und Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz offenbar noch teuer zu stehen kommen. Wie der «Stern» am Mittwoch vorab berichtete, haftet die 65-Jährige für Kredite beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, die sie für Käufe von Arcandor-Aktien aufgenommen hat, auch mit ihrem Privatvermögen. Das gehe aus vertraulichen Papieren zur Kreditbesicherung hervor.

Demnach verpfändete Schickedanz im Oktober 2008 alles, was ihr in Deutschland persönlich und als Alleineigentümerin gehört. Im Gegenzug habe die Bank Grundschulden von 215 Millionen Euro in die Grundbücher der Schickedanz-Anwesen eintragen lassen.

Mindestens elf Immobilien und Grundstücke könne die Bank per Zwangsvollstreckung einziehen und veräußern, falls Schickedanz die Darlehen nicht zahle. Darunter seien das Elternhaus in Hersbruck sowie ein kleines Kaufhaus im fränkischen Hersbruck, wo ihre Mutter Grete Schickedanz nach dem Krieg den Grundstein für das spätere Handelsimperium legte.

Allerdings habe Schickedanz das größte Anwesen, eine Villa mit Park bei Fürth, zu einem Großteil bereits 2005 ihrem Sohn übertragen.

Nach Angaben ihrer Vermögensverwaltung um Josef Esch bestehe für Schickedanz aktuell nicht die Gefahr, dass Sal. Oppenheim auf die Immobilien zugreift, berichtetet «Die Welt» (Donnerstagausgabe) vorab. «Da gibt es keinen Druck und keinen Handlungsbedarf, von keiner Seite», erklärte der Sprecher der Vermögensverwaltung.

Esch fädelte mit dem früheren KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban den «Oppenheim-Esch-Fonds» ein. Da der spätere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff gegen dieses Geschäft keine rechtlichen Schritte eingeleitet hatte, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Middelhoff hatte, lange vor seinem Engagement bei KarstadtQuelle, Anteile gezeichnet, die Karstadt-Warenhäuser zum Gegenstand haben.

Gegen Esch ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachtes von Bestechung und Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der Erweiterung der Kölner Messehallen.

Am Dienstag hatte das Amtsgericht Essen für Arcandor das Insolvenzverfahren eröffnet. Daraufhin hatten Vorstandschef Karl-Gerhard Eick sowie fünf weitere Mitglieder des Gremiums ihre Ämter zur Verfügung gestellt.


 

(Redaktion)

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