15.12.2011  14:59 Uhr

S-Bahn
Kein S-Bahn-Verkehr in Berlin

Berlin. Nach jahrelangen technischen Problemen bei der Berliner S-Bahn ist am Donnerstag ihr gesamter Verkehr zusammengebrochen.

Grund war nach Angaben eines Bahnsprechers ein Stromausfall im elektronischen Stellwerk in Halensee. Einen Anschlag schloss die Bundespolizei aus.

Seit 11.45 Uhr fuhren im ganzen Berliner S-Bahn-Netz und dem Umland keine Züge mehr, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Tausende Fahrgäste waren betroffen. Beeinträchtigt war dem Sprecher zufolge auf der Stadtbahn auch der Regional- und Fernverkehr.

Es gebe "keine Anhaltspunkte" für einen Anschlag, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf dapd-Anfrage. Ursache soll ein Kurzschluss gewesen sein, dessen genaue Ursache noch unbekannt ist. Der Sprecher korrigierte damit erste Angaben, wonach bei Bauarbeiten ein Kabel beschädigt worden sei. Es habe zwar in der Nähe Bauarbeiten gegeben, ein Zusammenhang könne bislang aber nicht festgestellt werden, sagte er.
Schleppender Anlauf

Laut Bundespolizei lief der S-Bahnverkehr nach knapp 15 Minuten wieder auf einzelnen Strecken wie im Bereich Südkreuz und Jannowitzbrücke an. Allerdings wurde er auch immer wieder unterbrochen, weil Fahrgäste auf den Gleisen unterwegs waren. Sie hatten die Notverriegelung in den Zügen geöffnet.

Die Fernbahn sei nach etwa einer Dreiviertelstunde wieder angerollt. Die Bundespolizei brachte Fahrgäste aus Zügen, die außerhalb von Bahnhöfen standen wie am Alexanderplatz, durch die Bahnanlagen in Sicherheit.

Die Feuerwehr wurde dagegen nicht eingesetzt, um in Zügen festsitzende Fahrgäste zu bergen. Es habe keine Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Feuerwehr-Leitstelle stehe aber in engem Kontakt mit der S-Bahn.

Nach Bahn-Angaben wird von Halensee aus ein Großteil der Weichen und Signalanlagen der S-Bahn gesteuert. Fahrgästen wurde laut Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) empfohlen, auf U-Bahnen und Busse auszuweichen.
BVG verstärkt Verkehr

Die BVG setzte alles ein, was rollte. U-Bahnen seien verlängert, der Straßenbahn- und Busbetrieb verstärkt worden, sagte Sprecherin Petra Reetz auf Anfrage. Die Ticketkontrolleure seien zudem abzogen und zur Information der Fahrgäste an Umsteigepunkten zur S-Bahn eingesetzt worden. Wer Auskunft wollte, musste sich gedulden. Die Homepage der S-Bahn war schwer zu erreichen. Schätzungen zufolge zählte die BVG wegen des S-Bahn-Ausfalls am Donnerstag 100.000 Fahrgäste mehr als an normalen Tagen, an denen sie 2,5 Millionen Kunden befördert. "Die Normalisierung des S-Bahn-Betriebes dauert sicher bis in die Abendstunden. Wir gehen davon aus, dass wir die Hauptlast des ÖPNV noch bis zum Abend tragen", sagte Reetz.

Bei der Berliner S-Bahn gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit dem Zugverkehr. Es kam wegen technischer Mängel und unzureichender Wartungsarbeiten häufig zu Verspätungen, Ausfällen und eingeschränkten Angeboten. Darüber hinaus führten Brandanschläge in Berlin und Brandenburg zu Unterbrechungen des Zugverkehrs.


 

(dapd)



 


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