01.11.2008  10:00 Uhr

Berliner Unis unterstützen Startups
Hier entstehen Ideen - Besuch in der Gründungswerkstatt der TU-Berlin

Berlin. Kreative Größe in kleinen Räumen. Seit einem Jahr besitzt die Technische Universität Berlin eine Gründungswerkstatt. In sechs modern ausgestatteten Büroräumen zwischen 12 und 20 m2 dürfen sich für jeweils ein Jahr ausgewählte Gründerteams auf ihre Selbständigkeit vorbereiten.

Im Vergleich zu den anderen Gebäuden der Technischen Universität Berlin, wirkt das grün bewachsene Bauwerk eher wie ein kleines Häuschen. Die Startup-Unternehmen sitzen im Erdgeschoss eines Hauses, nähe Ernst-Reuter-Platz, das früher das Mineralgebäude war. Eine der Firmen ist die musiqtogo GmbH, gegründet von Marc Lampe und Willi Ruopp. Die beiden diplomierten Betriebswirte arbeiten seit Januar 2008 in dem Büro in der Hardenbergstraße 38. „Wir sind schon mit einem fertigen Businessplan hier eingezogen und hatten wichtige Kontakte bereits aufgebaut“ so Willi Ruopp. Ihre Partner sind bis jetzt Radio ENERGY und Jazzradio. Wenn ein Hörer ein Lied gut findet, kann er eine SMS an die Nummer von musiqtogo (86 000) mit dem Namen des Radiosenders („jazzradio“) bzw. das Codewort „hit“ für Energy Berlin schicken. Er erhält dann umgehend eine Antwort mit dem Songtitel. Auf ihrer website www.musiqtogo.com kann dann der entsprechende Song heruntergeladen werden. Geplant ist auch ein Premiumservice, der ein gesamtes Musikpaket enthält, angepasst auf den persönlichen Geschmack.

Gleich nebenan befindet sich die Kreativschmiede von VIARDI Interactive. Das 4-Mann Unternehmen ist gerade in der Ausarbeitung eines interaktiven, multimedialen Verkaufsautomaten. VIARDI.3E genannt und mit drei digitalen Bildschirmen ausgestattet, ist er gleichzeitig Getränkeautomat, Informationspanel und Werbmedium in einem. Schon in wenigen Monaten soll der Automat (wie auf dem Foto), in deutschen Einkaufszentren positioniert werden. „Das Einmalige ist, dass der VIARDI.3E abhängig vom Standort, von der aktuellen Uhrzeit und vom gekauften Produkt Werbung schalten kann. Wenn beispielsweise ein Fleischer im Einkaufszentrum am Ende des Tages reduzierte Ware anbietet, kann damit spontan über den Vender geworben werden“, so Daniel Cizek, Mitbegründer von VIARDI Interactive. Für Cizek ist es nicht ungewöhnlich, dass gerade junge Menschen so gründungseifrig sind. „Ich denke, desto älter man wird, desto weniger Mut hat man für die Selbständigkeit“, sagt er.

Ein paar Häuser weiter in der Hardenbergstraße 36a hat der Gründungsservice der Technischen Universität seine Büros. Hier berät die Hochschule Gründungsinteressierte zu ihren Ideen und bietet Seminare und Workshops zu Themen wie Verhandlungsführung, Selbst- und Zeitmanagement oder Mitarbeiterführung an. „Egal ob weiblich oder männlich, Student, Absolvent, Professor oder wissenschaftlicher Mitarbeiter, alle können sich an uns wenden“, sagt Agnes von Matuschka, Leiterin des Gründungsservices. „Wie erstelle ich einen Businessplan?“ und „wie bekomme ich ein Stipendium?“, das sind die wichtigsten Fragen, um die sich der Gründungsservice kümmert. Stipendien vergeben beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie oder das Ministerium für Bildung und Forschung. Die Mitarbeiter zeigen den Jungunternehmern jedoch, wie man bei der Antragstellung alles richtig macht.


Mit dem Projekt „Erfolgreich ist weiblich“, das in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie für Frauen e.V. (EAF) und anderen deutschen Universitäten erfolgt, sollen insbesondere Frauen ermutigt werden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Denn diese sind bisher seltener unter den Firmengründern vertreten. Auch Lampe und Ruopp bedauern, dass es bisher nur eine Frau in der Gründungswerkstatt gibt. „Frauen stiften ja bekanntlich ein gesundes Arbeitsklima“ meinen sie beide. Vielleicht ändert sich das ja im nächsten Jahr, wenn wieder neue Teams in die Ideenschmiede einziehen.


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Breske / TU Berlin
Bild Nr. 2 © VIARDI Interactive

 

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2 Kommentare »

18.03.09 16:54 Uhr
-ice-
"voll daneben"
Zum Inhalt möchte ich mich nicht zu ungewollte Aussagen hinreißen lassen! Aber die Fotomontage die hier verwendet wird ist ja wohl
"voll daneben"! Stümperhaft ist wohl trefflicher gesagt!

"Zwei freundliche und nette Damen leger und ziemlich dürftig Angezogen kommen daher, und wie es so drumherum aussieht zur Weihnachtszeit! :)

Herzlichenglühstrumpf!

-ice- [c]2009
18.03.09 17:13 Uhr
Redaktion
@ice
Natürlich handelt es sich um eine Fotomontage der Firma.Um zu zeigen, wie der erwähnte Verkaufsautomat in einem Einkaufszentrum wirken könnte. Die zwei durchschnittlich gekleideten Damen sollten wohl Umrahmung für das Gerät sein.
Vielleicht entspricht die Montage so nicht allen ästhetischen Ansprüchen.
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