23.11.2009  14:02 Uhr

Krankenhaus Bethel Berlin
Krankenhaus Bethel Berlin auf dem Weg zum „Green Hospital“

Berlin. Krankenhäuser haben einen besonders hohen Energieverbrauch. Durchschnittlich werden pro Jahr und Bett etwa 35.000 Kilowattstunden Energie benötigt – das entspricht dem Bedarf von zwei neueren Einfamilienhäusern. Das Krankenhaus Bethel Berlin macht sich jetzt auf den Weg zum „Green Hospital“ und will den Energieverbrauch und damit Kohlendioxidemissionen senken.

Anlässlich der Inbetriebnahme eines von der Berliner Energieagentur (BEA) betriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW) sagte Berlins Umwelt- und Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher: „Ich freue mich über das Engagement des Krankenhauses im Klima- und im Umweltschutz. Qualitätsmanagement gehört in Kliniken schon länger zum Standard. Beim Umweltmanagement ist dies noch nicht durchgängig der Fall. Das Krankenhaus Bethel ist hier vorbildlich; durch eine rationellere Energiebewirtschaftung werden die Kosten gesenkt. Das kommt nicht nur dem Klima zu Gute, sondern dient am Ende auch dem Wohl der Patientinnen und Patienten.“

Zu den Maßnahmen gehört neben der Installation des BHKW unter anderem eine Optimierung des Heizungsnetzes, die Erneuerung der zen-tralen Kältemaschinen, eine effizientere Trinkwarmwasserbereitung, die Modernisierung der Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) im OP-Breich sowie der Einsatz energiesparender Beleuchtung. Der Hauptgeschäftsführer des Krankenhaus Bethel Berlin, Tobias Dreissigacker: „Wir wollen unser Haus energetisch so fit machen, dass wir die strengen Kriterien für das BUND-Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ erfüllen.“ Das Siegel tragen bundesweit 28, in Berlin acht Kliniken. Um es zu erhalten, muss unter anderem der über den Energieverbrauch ermittelte Kohlendioxidausstoß um 25 Prozent sinken.

Das jetzt in Betrieb genommene BHKW hat eine elektrische Leistung von 48 kW und eine thermische Leistung von 97 kW. Es unterstützt in der Wärme-Grundlastversorgung die beiden existierenden Erdgas-Brennwertkessel mit einer Gesamtleistung von 1.500 kW. Der vom BHKW produzierte Strom wird ins Ortsnetz eingespeist und entsprechend vergütet. Insgesamt werden durch das BHKW rund 150 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart. Darüber hinaus gab der Geschäftsführer der Berliner Energieagentur, Michael Geißler, eine „CO2-Vermeidungsgarantie“ für andere Berliner Dienstleistungs- und Wohngebäude ab. „In Berlin könnten über 9.000 solcher dezentralen Mini-KWK-Anlagen zum Einsatz kommen - und zwar kostenneutral für die Gebäudeeigentümer bzw. die Betreiber von Heizzentralen. Insgesamt würden dadurch die CO2-Emissionen um über eine Million Tonnen jährlich sinken. – das wäre rund ein Viertel der Summe, die das Land noch bis zum Jahr 2020 einsparen will.“


 

(Redaktion)

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Berliner Energieagentur/Schoelzel



 


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