07.04.2008  14:54 Uhr

Work-Life-Balance: Dr.Gregor Wittke
Negative wirtschaftliche Folgen durch Stress!

Berlin. Nach einer Studie der European Agency for Safety and Health at Work (2007) steigen die Risiken durch Stress am Arbeitsplatz in Zukunft. Schon im Jahre 2005 gaben in einer Umfrage 20% der Arbeitnehmer in den EU-Staaten an, dass sie ihre Gesundheit durch Arbeitsstress bedroht sehen. In den neu beigetretenen Staaten waren es sogar 30%. Im Jahre 2002 schätzte die Europäische Union die Kosten durch arbeitsbedingten Stress auf 20 Milliarden Euro.

Die neue Studie untersuchte 42 verschiedene Risikofaktoren von denen sie für 27, d.h. mehr als die Hälfte, einen spürbaren Anstieg prognostiziert. Die meisten Risikofaktoren stehen im Zusammenhang mit technischen und organisationalen Veränderungen aber auch mit sozioökonomischen, demographischen und politischen Entwicklungen.

60 Prozent der Fehltage gehen Schätzungen der Europäischen Union zufolge heute schon auf Stress zurück. Das bedeutet übermäßiger Stress ist nicht nur für die Betroffenen leidvoll, sondern dass deren (wirtschaftliche) Leistungsfähigkeit stark sinkt. Die betroffenen Unternehmen verlieren dadurch in einem bedeutsamen Maße Geld.

Die 10 wichtigsten psychologischen Risiken, die laut der Studie zukünftig verstärkt auftreten werden, lassen sich in fünf Hauptthemen zusammenfassen: 1. Neue Formen von Arbeitsverträgen und Arbeitsplatzunsicherheit, 2. Alternde Belegschaften, 3. Verstärkung der Arbeitsbelastung, 4. Hohe emotionale Belastungen am Arbeitsplatz, 5. Schlechte Worklife Balance.

1.Neuen Formen der Arbeitsverträge beziehen sich vor allem auf zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse und umfassen auch die Tendenz zu „lean production“ und Outsourcing. Die Studie zeigt, dass Beschäftigte in solchen Arbeitsverhältnissen anfälliger für Stress und Arbeitsunfälle sind.

2.Die alternde Belegschaft erfordert angepasste Arbeitsbedingungen, da ältere Beschäftigte bei schlechten Arbeitsbedingungen potentiell höher gefährdet sind als jüngere. Auch das Fehlen von Möglichkeiten des Lebenslangen Lernens wird als Ursache für abnehmende Qualifizierung und höhere Stressbelastung älterer Arbeitnehmer gesehen.

3.Höhere Arbeitsbelastung und Druck sind weitere Stressfaktoren, die der Studie zufolge ansteigen, weil die Anzahl der Arbeitsplätze in Unternehmen weiter reduziert werden. Dazu kommt, dass die zu verarbeitenden Informationsmengen, z.B. durch Internet und Email stark anwachsen und dass zunehmend flexible und wenig vorhersagbare Arbeitszeiten zusätzlich Stress verursachen.

4.Emotionale Belastungen entstehen der Meinung der Forscher zufolge nicht nur durch stärkere emotionale Anforderungen infolge der höheren Arbeitsbelastung. Sie entstehen vor allem durch die somit entstehenden Leistungsprobleme, die aus Angst vor Arbeitsplatzverlust versucht werden zu vertuschen. Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz, so die Studie, treten besonders im Gesundheits- und Dienstleistungsbereich auf. Sinkende Selbstachtung, Angstzustände und Depressionen sind mögliche Folgen dieses Szenarios.

5.Die schlechte Worklife Balance ist zum Teil den vier schon genannten Faktoren geschuldet. Höhere Anforderungen, Flexibilisierung und unsicher Arbeitsverhältnisse tragen ihren Teil dazu in Zukunft verstärkt bei. Aber auch gesellschaftliche Veränderungen, z.B. mehr Single-Haushalte oder „Dual-Career-Couples“ mit weniger familiärer sozialer Unterstützung werden als Ursachen für die Verschlechterung der Balance gesehen. Die fehlende Balance wiederum erhöht nicht nur den Stress sondern führt auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der von Stress Betroffenen steigen wird. Berufsbedingter Stress ist also eine immer wichtigere Herausforderung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit in europäischen Unternehmen. Die Ergebnisse zeigen: Stress am Arbeitsplatz kann jeden treffen, egal in welchem Unternehmen oder welcher Branche er arbeitet.

Fazit
Wie können angemessene Maßnahmen aussehen? Neben der Verantwortung jedes Einzelnen, für seine Gesundheit zu sorgen sind die Unternehmen gefragt, negativen Stress zu reduzieren. Die Ergebnisse der Untersuchung sprechen für ein kontinuierliches Controlling der psychosozialen Arbeitsumgebung, um in Zukunft diesen wichtigen Erfolgsfaktor aktiv positiv beeinflussen zu können.

3 erste Schritte können sein:
•Generelle Sensibilisierung für das Thema Stress, um die Wahrnehmung von Stress und Stressfolgen allgemein zu verbessern.
•Erfassen von Stressbetroffenheit z.B. durch Checklisten/Fragebögen, individuell oder in Teams/Abteilungen.
•Stresscontrolling und Erarbeitung von Maßnahmen zum Stressabbau/zur Stressprävention in Workshops und/oder Bildung von Gesundheitszirkeln zur Erarbeitung von situativ angebrachten Maßnahmen – insbesondere auch auf der Ebene der Arbeits- und Ablauforganisation.


 

(Redaktion)

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2 Kommentare »

08.04.08 13:15 Uhr
globe
aussage
Hi,

ich denke sogar wenn man jetzt nicht eingreift wird es noch viel schlimmer kommen, das is nur die spitze des eisberges. Die leute werden immer mehr unter psychischen druck gesetzt folge ; Anfertiung von produkten bekommen höhere auschlßrate, weniger arbeitsleistung , (mehr entlassungen) mehr konkurenskampf , mehr kankheitszeiten vor allem empfenglicher für sie, stress dies alles würd dann alles mit ins privat leben geschlepptund die negativen folgen daraus werden wieder mit an den arbeitsplatz mit gebracht. Ein kreislauf des negativen.


Workshops gegen stress anzubieten bzw. die angestellten dort hin zu zwingen , ist in meinen augen nur ein bruchstück von dem was getan werden muß. Den damit reduziert man zwar die wirkung aber die ursache verschwnidet dadurch nicht. Vor allem verschlimmert sich die ursache noch viel stärker. Mit ursache meine druck durch zu viel arbeit angst um jobs weniger lohn , höhere ausgaben.

Meinest achtenst ist es sinnvoller ; Verträge zu scgaffen die auf höhren lohn mehr gehalt und mehr freizeit aufgebaut sind . Hinzu kommt noch statt zu entlassen und ein arbeiter die last von mehreren aufzubürgen - das man wieder mehr einstellen.

Den das es soweit kommt war schon vor vielen jahren ersichtbar wenn man es wahrgenohmen gewollt hätte. Jetzt werden warscheinlich viele (Groß)firmen sagen das einstellen und mehr lohn kaum möglich sein aus finanzielen gründen und einbüßen. Nun da stellt sich folgende fragen was ist den mit den aber miollionen und milliarden euros die erwirtschaftet wurden

Sind das die einbußen die sie haben ? die erhöhten ausgaben??


Stellt sich vielleicht nur noch die frage wo die aber mio. /mil. ; durch zuwachs von verkauf in unserer zeit ? oder vielleicht durch erhöhung der preise oder gar weil die aber mio./ mil. aus den ersparten ausgaben durch material das billiger ist aber weniger ..... und durch die gehälter der entlassenden??


soll jeder selbst entscheiden .


eins steht fest es muß sich was verändern.



globe
09.04.08 20:18 Uhr
Rotzebengel
hach ja
wenn ich da nur an meine Eltern denke, die mir immer sagen, sie möchten nicht mit mir reden, da sie ja gestresst sind,
weiß ich sofort, dass das stimmt, auch wenn ich mir nicht alles durchgelesen hab... oh man...
no time for nothing
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