01.02.2010  10:40 Uhr

Tarifverhandlungen
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst fortgesetzt

Berlin. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sind am Morgen in Potsdam fortgesetzt worden. Sie waren am späten Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis unterbrochen worden.

Für die etwa zwei Millionen Beschäftigten in Bund und Kommunen fordern die Gewerkschaften Verbesserungen in einem Gesamtvolumen von fünf Prozent.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, sagte am Montag, dass einzelne Komponenten des Gesamtpakets verhandelbar seien, die Fünf-Prozent-Forderung aber nicht zurückgenommen werde. «Wir haben zähe Verhandlungen», sagte er vor der Wiederaufnahme der Gespräche.

Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), bezeichnete die Verhandlungen als festgefahren. «Die Arbeitgeberseite spielt auf Zeit, bis die Haushaltsmisere des Bundes noch deutlicher wird», sagte er am Montag. «Hier wird das erste Beispiel geprobt, wer für die Banken- und Wirtschaftskrise die Zeche zu zahlen hat - der Arbeitnehmer», sagte der GdP-Chef.

Die Arbeitgeberseite lehnt die Forderung als «maßlos» ab und hat bislang kein Verhandlungsangebot gemacht. «Es gibt nichts zu verteilen», hatte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde am Sonntag erklärt.

Der Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde war am Sonntag von Protesten begleitet worden. Etwa 200 Beschäftigte des öffentlichen Diensts demonstrierten vor dem Tagungsort gegen die ablehnende Haltung der Arbeitergeberseite. Bsirske schloss Warnstreiks nicht aus, sollten die Verhandlungen weiter ergebnislos verlaufen. Bundesinnenminister de Maiziere bezeichnete es als «schlechten Stil», zu diesem Zeitpunkt der Gespräche mit Warnstreiks zu drohen.


 

(ddp)

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