12.04.2010  14:55 Uhr

Spargel
Spargelbauern starten optimistisch in die Saison - Vielerorts beginnt in diesen Tagen die Freilufternte

Berlin. Optimistisch starten in diesen Tagen vielerorts die Spargelbauern in die diesjährige Erntesaison.

«Im Moment sieht alles gut aus», erläutert Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband am Montag in Berlin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Rund 400 Millionen bis 500 Millionen Euro dürften die deutschen Spargelbauern mit ihrem Edelgemüse pro Saison umsetzen. Jeder Deutsche isst rund 1,5 Kilogramm der weißen Stangen pro Jahr.

Der lange kalte Winter konnte dem Gemüse nichts anhaben. «Je tiefer der Spargel schläft, desto ausgeschlafener startet er ins Frühjahr», sagt Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbands der Süddeutschen Spargel- und Erdbeeranbauer.

Nun hoffen die Spargelbauern auf gutes Wetter bis zum traditionellen Ende der Saison am Johannistag am 24. Juni. «Eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius und viel Sonnenschein wären optimal», erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Dann könnten während der Saison pro Hektar täglich rund 150 Kilogramm Spargel gestochen werden. Derzeit sind die Preise mit bis zu zehn Euro pro Kilogramm noch recht hoch. In den kommenden Wochen rechnen Experten mit einem Kilogrammpreis von etwa fünf bis sieben Euro.

Wie viele Spargelbauern es in Deutschland gibt, lässt sich nicht ermitteln, da viele das Saisongemüse nebenbei anbauen. Es dürften allerdings mehrere Tausend sein. Bedeutende Anbauregionen sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Etwa 90 000 Tonnen werden auf den insgesamt 19 000 Hektar Anbaufläche geerntet. Weitere 30 000 Tonnen werden vor allem aus Griechenland, Spanien und Polen importiert, um den Spargel-Appetit der Deutschen zu stillen.

Das Spargelstechen ist harte Arbeit, für die viele Landwirte auch in diesem Jahr wieder auf Tausende Saisonarbeiter aus Osteuropa zurückgreifen. Von Januar bis März gingen bei der Bundesagentur für Arbeit rund 84 000 Anforderungen für ausländische Helfer in der Landwirtschaft ein, die meisten davon aus Polen und Rumänien, wie eine Sprecherin der Behörde in Nürnberg sagte. Der überwiegende Teil wird Schätzungen zufolge in der Spargelernte eingesetzt werden.

Sieben bis acht Kilogramm schafft ein Stecher in einer Stunde, heißt es bei der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen, die rund 90 Prozent der über 900 niedersächsischen Spargelbauern vertritt. «Wichtig ist, die Stangen zu stechen, bevor sie die Erdkrume durchstoßen haben. Nur dann bleiben die wertvollen Spargelköpfe weiß, wie sie sein sollen», erläutern die Experten. Feine Risse auf dem Boden verraten, wo stechreife Stangen herangewachsen sind.


 

(ddp)

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